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Jesus Christus, der Herr

Die Menschwerdung

In den christlichen Kirchen glaubt man heutzutage, Gott der Schöpfer des Alls habe einen Sohn von Ewigkeit gezeugt, und dieser sei herabgestiegen und habe das Menschliche angenommen, die Menschen zu erlösen und selig zu machen; allein dies ist ein Irrtum und fällt von selbst, sobald man nur bedenkt, dass Gott einer ist und dass es mehr als fabelhaft vor der Vernunft ist, dass der eine Gott von Ewigkeit her einen Sohn gezeugt habe, und auch, dass Gott der Vater, samt dem Sohn und samt dem Heiligen Geist, von denen jeder für sich besonders Gott sein soll, ein Gott sei; dieses Fabelhafte verschwindet völlig wie eine Sternschnuppe in die Luft, sobald aus dem Wort bewiesen wird, dass Jehovah Gott selbst herabgestiegen und Mensch und auch Erlöser geworden ist.

Die Verherrlichung (Vergöttlichung – Vergeistigung)

Der Herr hat allmählich und fortwährend bis zum letzten Augenblick des Lebens, da Er verherrlicht wurde, von Sich getrennt und ausgezogen das, was bloß menschlich war, was Er nämlich von der Mutter her hatte, bis dass Er endlich nicht mehr ihr Sohn war, sondern der Sohn Gottes, wie in Ansehung der Empfängnis auch in Ansehung der Geburt und so eins mit dem Vater und Jehovah selbst.   (HG 2649)

Die Verherrlichung wurde vollständig vollendet durch das Leiden am Kreuz

Der Grund, weshalb die Vereinigung selbst durch das Leiden am Kreuz vollständig bewirkt wurde, ist, weil dieses die letzte Versuchung war, der Sich der Herr in der Welt unterzog.

Das ganze Leben des Herrn war eine beständige Versuchung und ein beständiger Sieg

Dass des Herrn Leben vom ersten Knabenalter an bis zur letzten Stunde des Lebens in der Welt eine fortwährende Versuchung und ein fortwährender Sieg war, erhellt aus vielem im Wort des Alten Testaments und dass sie nicht aufhörte mit der Versuchung in der Wüste, erhellt aus Folgendem bei Luk.4/13: „Nachdem der Teufel alle Versuchung vollendet hatte, stand er von Ihm ab eine Zeit lang“, sodann daraus, dass Er bis zum Kreuzestod versucht wurde, somit bis zur letzten Stunde des Lebens in der Welt.

Der Zustand der Verherrlichung des Herrn wird durch die Wiedergeburt des Menschen vorgebildet

Wenn der Mensch wiedergeboren wird, dann wird er ein ganz anderer, und wird ein neuer, darum wird er auch, wenn er wiedergeboren ist, genannt ein Neugeborener und Neugeschaffener; dann hat er, wenn auch das gleiche Angesicht und die gleiche Sprache, doch nicht das gleiche Gemüt. Sein Gemüt, wenn er wiedergeboren, ist geöffnet himmelwärts, und es wohnt darinnen Liebe zum Herrn und Liebtätigkeit gegen den Nächsten samt dem Glauben: Das Gemüt ist es, was den Menschen zu einem anderen und zu einem neuen macht.

Die Auferstehung

Weil das Menschliche des Herrn verherrlicht, das ist, göttlich gemacht worden ist, so ist Er nach dem Tode am dritten Tage mit dem ganzen Körper wieder auferstanden, was keinem Menschen geschieht; denn der Mensch steht bloß nach dem Geiste, nicht aber nach dem Körper wieder auf. Damit der Mensch es wissen und niemand daran zweifeln möchte, dass der Herr mit dem ganzen Körper wieder auferstanden sei, so hat Er es nicht nur durch die Engel, die im Grabe waren, gesagt, sondern auch in Seinem menschlichen Körper sich vor Seinen Jüngern gezeigt und als sie einen Geist zu sehen glaubten, ihnen gesagt: „Sehet Meine Hände und Meine Füße, dass Ich es selbst bin! Greifet und betrachtet Mich, denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr sehet, dass Ich habe. Und als Er dies gesagt hatte, zeigte Er ihnen Hände und Füße.“

Die Erlösung

Die Erlösung selbst war eine Unterjochung der Höllen und ein Ordnen der Himmel und mittelst dieser eine Vorbereitung zu einer neuen geistigen Kirche.

Dass der Herr, während Er in der Welt war, gegen die Höllen kämpfte, und sie besiegte und unterjochte und so sie unter Seinen Gehorsam brachte, erhellt aus vielen Stellen im Wort.

Auf welche Weise aber der Mensch vom Göttlichen erlöst und errettet worden sei, dadurch dass Er die Höllen unterjochte und Sein Menschliches verherrlichte, kann niemand erkennen, wenn er nicht weiß, dass bei einem jeden Menschen Engel aus dem Himmel sind und Geister aus der Hölle und dass der Mensch nichts denken und nichts wollen kann, wenn sie nicht beständig bei ihm sind und dass dadurch der Mensch in Betreff seines Inneren entweder unter der Herrschaft der Geister aus der Hölle steht oder unter der Herrschaft der Engel aus dem Himmel. Sobald man aber dies weiß, dann kann man auch erkennen, dass niemand hätte erlöst und selig werden können, wenn nicht der Herr die Höllen gänzlich unterjocht und alles, sowohl in diesen als in den Himmeln, in Ordnung gebracht hätte.

Ohne die Erlösung würde das Böse sich über die ganze Christenheit in beiden Welten verbreiten

Dass ohne die vom Herrn bewirkte Erlösung Missetat und Bosheit über die ganze Christenheit in beiden Welten – der natürlichen und der geistigen – sich verbreiten würde, davon gibt es mehrere Ursachen, unter denen auch die ist, dass jeder Mensch nach dem Tod in die Geisterwelt kommt und dann ganz derselbe ist, der er zuvor war.

Die Erlösung konnte nur durch den menschgewordenen Gott bewirkt werden

Der Grund, weshalb die Erlösung nicht ohne Seine Fleischwerdung, d.h. ohne dass Er Mensch wurde, bewirkt werden konnte, liegt darin, dass Jehovah Gott, wie Er in Seinem unendlichen Wesen ist, Sich nicht der Hölle nahen, noch weniger in sie eintreten kann, denn Er ist im Reinsten und Ersten; daher denn Jehovah Gott, sofern Er in Sich so beschaffen ist, die, welche in der Hölle sind, wenn Er sie auch nur anhauchte, augenblicklich töten würde; denn Er sagte zu Moses, als dieser Ihn sehen wollte: „Du kannst Mein Angesicht nicht sehen, denn kein Mensch kann Mich sehen und leben.“, 2.Mose 33/20. Wenn nun Moses es nicht konnte, so können es noch weniger die, welche in der Hölle sind, wo alle im Letzten und Gröbsten und so im Entferntesten sind, denn sie sind Natürliche auf der untersten Stufe. Hätte somit Jehovah Gott nicht das Menschliche angenommen und so Sich mit einem Körper bekleidet, der im Letzten ist, so dürfte Er vergebens irgendeine Erlösung unternommen haben.

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